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Ozzy Osbourne and Black Sabbath (de)

VonChris

Apr 25, 2020
Ozzy Osbourne and Black Sabbath (de)

Ozzy Osbourne and Black Sabbath

Ozzy Osbourne (2010)

John Michael „Ozzy“ Osbourne (* 3. Dezember 1948 in Birmingham-Aston) ist ein britischer Rockmusiker. Bekannt wurde Ozzy Osbourne als Lead-Sänger der den Heavy Metal prägenden Band Black Sabbath. Als Solokünstler erreichte er ab 1980 bis Mitte der 1990er Jahre mehrere Platinauszeichnungen. Er trägt die Beinamen Godfather of Metal (Pate des Metals) und Prince of Darkness (Fürst der Finsternis). Dieser Erfolg ist auch seiner Frau und Managerin Sharon Osbourne zu verdanken; mit ihrer Hilfe gründete er 1996 auch das Ozzfest.

Leben

Kindheit und Jugend

Ozzy Osbournes Unterschrift von der I-Just-Want-You-Promotion-EP

John Michael Osbourne wurde als viertes von insgesamt sechs Kindern des Ehepaars Jack und Lillian Osbourne im englischen Aston, Birmingham, geboren. Sein Vater Jack arbeitete in einem Stahlwerk als Werkzeugmacher, seine Mutter Lillian baute Schaltkreise in einer Automobilfabrik zusammen. Die Familie wohnte in einem kleinen Reihenhaus mit zwei Zimmern in einfachen Verhältnissen. Osbourne besuchte die dortige King-Edward-VI-Gesamtschule, wo er auch seinen Spitznamen „Ozzy“ erhielt. Er hatte in der Schule Probleme, weil er an einer Lese- und Rechtschreibschwäche[1] leidet. In seiner Biographie (2009 erschienen) steht, dass er vor der Zeit bei Black Sabbath in keiner anderen Band gewesen war. Er besaß einen alten Gitarrenkoffer, auf dem lediglich „The Black Panthers“ stand.

Mit 15 verließ Osbourne die Schule und schlug sich als Hilfsarbeiter mit verschiedenen Gelegenheitsjobs als Klempner, Schlachter, Maler und als Gehilfe in einem Bestattungsinstitut durch, um etwas Geld für seine Familie verdienen zu können. Da die Bezahlung schlecht war, versuchte sich Osbourne als Dieb und Einbrecher, wurde aber schließlich gefasst und für sechs Wochen inhaftiert. Im Gefängnis tätowierte er sich selbst mit Graphit und Nadel seinen Spitznamen „Ozzy“ über die Finger, was heute als eines seiner Markenzeichen gilt.

Ozzy Osbourne (rechts) mit Black Sabbath

Schließlich lieh er sich von seinem Vater Jack etwas Geld und kaufte sich ein Mikrofon und einen 50-Watt-Verstärker. Osbourne schaltete eine Anzeige in einem örtlichen Musikladen mit seinem neuen Künstlernamen „Ozzy Zig“, worauf sich der Bassist Terry „Geezer“ Butler bei ihm meldete. Zur gleichen Zeit wurden auch der Gitarrist Tony Iommi und dessen Freund Bill Ward auf die Anzeige aufmerksam, da sie einen Sänger suchten. Nach einigen Verhandlungen gründeten sie 1968 die „Polka Tulk Blues Band“, die ursprünglich noch aus zwei weiteren Mitgliedern bestand. Da die beiden anderen Mitglieder nicht zur Band passten, löste sich die Band unter einem Vorwand auf und reformierte sich zu viert wieder als „Earth“, die sich 1969 in Black Sabbath umbenannte. Osbourne blieb bis 1979 Mitglied von Black Sabbath. Seitdem ist er Solokünstler und seit spätestens 2012 wieder endgültig Lead-Sänger von Black Sabbath.

Persönlichkeit

In der öffentlichen Wahrnehmung galt Osbourne als ein an Wahnsinn grenzender Rocksänger, unter anderem, weil er angeblich auf der Bühne Tieren Köpfe abbiss und okkulte Rituale betrieb. Diese Wahrnehmung relativierte sich durch die Ausstrahlung der Erfolgssendung The Osbournes, die Osbourne in seinem privaten Umfeld zeigte. Prägend für seine Persönlichkeit sind seine Herkunft und seine Behinderung.

Vor allem während der 1980er Jahre kämpfte Osbourne mit seiner Abhängigkeit von Alkohol und anderen Drogen, die ihn oft in Schwierigkeiten brachten und in Skandale verwickelten. Osbourne gab unter anderem an, 17 seiner eigenen Katzen mit voller Absicht erschossen zu haben. Jedoch sind die spektakulären und massenmedienwirksamen Tierenthauptungen singuläre Ereignisse gewesen und okkulte Praktiken auf der Bühne Showelemente, deren Reduzierung und Reflexion auf Osbournes Persönlichkeit zu kurz greifen.[2]

2016 wurde bekanntgegeben, dass Osbourne seit 2010 an Sexsucht leide.[3] Anfang 2020 gab Ozzy Osbourne bekannt, dass er an Parkinson erkrankt ist.[4]

Solokarriere

Auf Grund seiner Drogenprobleme trennte sich Black Sabbath 1979 von ihm. Osbourne lebte mehrere Monate im Le Parc Hotel in Los Angeles, Kalifornien, und sein Drogenkonsum intensivierte sich. Erst als Sharon Arden (die Tochter des ehemaligen Black-Sabbath-Managers und Jet-Records-Firmenchefs Don Arden) einige Schulden beglich und vorschlug, eine Karriere als Solokünstler zu beginnen, startete Osbourne einen neuen Anlauf. Noch im selben Jahr stellte Osbourne mit Hilfe von Sharon Arden die Band „Blizzard of Ozz“ zusammen, die aus Gitarrist Randy Rhoads, Bassist Bob Daisley, Schlagzeuger Lee Kerslake und Keyboarder Don Airey bestand. In dieser Besetzung wurde das erste Album Blizzard of Ozz in England aufgenommen und 1980 (schließlich doch unter dem Namen „Ozzy Osbourne“) bei Jet Records veröffentlicht. Das erste offizielle Konzert von „Blizzard of Ozz“ fand am 12. September 1980 im Glasgower Apollo Theater statt. Die Single Crazy Train, das neue Album und die anschließende Tour durch England stießen auf positive Resonanz seitens des Publikums und der Kritiker.

Die 1980er Jahre

Logo von Ozzy Osbourne von 1980 bis 1986 und 2007 (Black Rain)

Da einer Welttournee nichts mehr im Wege stehen sollte, flogen Osbourne und seine Managerin in die USA, um einen Plattenvertrag für das gerade erschienene Album auszuhandeln. Da die Plattenfirma CBS kein Interesse hatte, schlug Arden vor, bei einer Besprechung mit den Vorsitzenden zwei Tauben mitzunehmen und sie dort in die Luft zu werfen. Vor den Augen der Anwesenden ließ Osbourne eine Taube frei und biss der anderen den Kopf ab. Trotz allem wurde der Vertrag geschlossen.

Das Nachfolgealbum Diary of a Madman wurde nach weiteren Tourneen 1981 veröffentlicht. Das Album gilt mit seinem Vorgänger als ein Klassiker in der Geschichte der modernen Rockmusik und des Heavy Metal und zeigt die spielerischen und kompositorischen Fähigkeiten der Beteiligten auf. Vor allem Randy Rhoads’ Gitarrenspiel auf diesen Alben gilt als wegweisend und beeinflusste bis heute viele ihrerseits berühmte Gitarristen.

Im gleichen Jahr ließ sich Osbourne von seiner Ehefrau Thelma Mayfair scheiden, mit der er zwei Kinder hat.[5]

Am 20. Januar 1982 gastierte die Band in Des Moines, Iowa. Während des Konzertes warf ein Zuschauer eine lebende Fledermaus auf die Bühne, der Osbourne den Kopf abbiss. In einem Interview beteuerte er später, er habe geglaubt, es handele sich um eine Gummi-Attrappe. Osbourne wurde nach dem Konzert ins Krankenhaus gebracht, wo er eine Tollwutimpfung bekam. In den darauf folgenden Wochen waren Bühnenauftritte nur noch stark eingeschränkt möglich, da er mehrmals Schwächeanfälle erlitt und kollabierte. Diese Aktion ging weltweit durch die Presse, Konzerte wurden von Tierschützern und Glaubensgemeinschaften boykottiert, gläubige Christen und Prediger verbrannten öffentlich Schallplatten von Ozzy Osbourne. Detailliert beschreibt Ozzy folgendes zu diesem Skandal in einem Interview:

„Sofort aber fühlte sich etwas falsch an, sehr falsch. Zum Anfang war mein Mund sofort voll mit dieser warmen, klebrigen Flüssigkeit mit dem schlimmsten Nachgeschmack, den man sich je vorstellen kann. Ich konnte fühlen, wie sie meine Zähne befleckt und mein Kinn herunterläuft.“

Dieses Image machte sich Osbourne zunutze, und er fuhr riesige Bühnenproduktionen mit Spezialeffekten auf, wobei er wie ein Wahnsinniger (daher sein Spitzname „Madman“) über die Bühne tobte und sich mit dem Publikum Wurfschlachten mit Schlachtabfällen lieferte. Zu diesem Zeitpunkt war die Band mit Schlagzeuger Tommy Aldridge und Bassist Rudy Sarzo auf einem frühen Zenit angelangt.

Zur Tragödie kam es, als der Gitarrist Randy Rhoads am 19. März 1982 beim Absturz eines Privatflugzeugs ums Leben kam. Nach einigen Wochen wurde Rhoads für kurze Zeit durch den irischen Gitarristen (Ex-Gillan) ersetzt. Dieser wurde schließlich durch Brad Gillis von der Rockband Night Ranger ersetzt.

1982 erschien das Livealbum Speak of the Devil (auch als Talk of the Devil veröffentlicht), das nur Stücke von Black Sabbath und eine Widmung an den verstorbenen Randy Rhoads beinhaltet. Aufgrund von Streitigkeiten wurde das Livealbum nur veröffentlicht, um den Vertrag mit Don Arden und Jet Records zu erfüllen. Arden erwirkte, dass seine Tochter und Osbourne sich für 1,5 Millionen Dollar aus dem Vertrag freikaufen mussten. Sharon Arden sprach daraufhin über 20 Jahre lang kein Wort mehr mit ihrem Vater. Am 4. Juli 1982 heiratete Osbourne Sharon Arden auf Hawaii.

Bob Daisley wurde als Komponist zurück in die Band geholt und Brad Gillis durch den aus San Diego stammenden Gitarristen Jake E. Lee ersetzt. 1983 erschien Osbournes drittes Studioalbum Bark at the Moon, für dessen Cover und Videoauskopplung sich Osbourne in einen Werwolf verwandelte. Die anschließende Welttournee mit Mötley Crüe verlief sehr erfolgreich und wurde nur durch einen Unfall unterbrochen, bei dem sich Osbourne während der Dreharbeiten zum Video der Single So Tired an einem explodierenden Spiegel mit Glassplittern Schnittverletzungen zuzog.

Am 2. September 1983 wurde Ozzy und Sharon Osbournes erste Tochter Aimee Rachel geboren.

Zwecks Drogenentzug ließ sich Osbourne in das Betty Ford Center zur Rehabilitierung einweisen. Nach einer kurzen Abstinenzphase wurde er wieder rückfällig. Mitte der 1980er Jahre spielte Osbourne bei mehreren großen Festivals, wie bei „Rock in Rio“, „U.S. Festival ’83“, „Monsters of Rock“ und dem von Bob Geldof initiierten Live Aid, wo er sich für einen kurzen, drei Lieder umfassenden Auftritt mit seinen alten Kollegen von Black Sabbath zusammentat.

Am 27. Oktober 1984 wurde die zweite gemeinsame Tochter Kelly Lee und im darauf folgenden Jahr am 8. November Sohn Jack Joseph geboren.

1986 erschien ein weiteres Soloalbum mit dem Titel The Ultimate Sin, dem eine Tour mit Metallica als Vorband folgte. Die Singleauskopplung Shot in the Dark wurde ein Hit. Die Position am Bass wurde für das Album und die Tournee von übernommen; am Schlagzeug war nun Randy Castillo zu hören.

Osbourne wurde im gleichen Jahr von den Eltern des Teenagers John McCollum verklagt, da er durch das Lied Suicide Solution vom Debütalbum Blizzard of Ozz ihren Sohn in den Suizid getrieben habe. Der junge Mann hatte sich nach Angaben der Polizei mit einem Gewehr erschossen, während er sich das Album zu Hause anhörte. Vor Gericht wurde als Beweis eine Analyse der von der Klägerseite beauftragten Firma „Bio Acoustics Research, Inc“ vorgelegt, die besagte, dass in dem Lied Suicide Solution versteckte Botschaften zu hören seien. Diese Botschaften seien in einer bestimmten Frequenzrate aufgenommen, um das Unterbewusstsein zu stimulieren und dem Hörer die versteckten Botschaften zugänglich zu machen. Nach Angaben der Klägerseite lauteten die Botschaften: „Why try, why try … get the gun, get the gun … shoot, shoot, shoot …“ (zu Deutsch: „Warum versuchen, … hol die Waffe, … schieß“). Osbournes Seite berief sich jedoch auf das Recht der künstlerischen Freiheit und sagte aus, dass solche Botschaften auf keiner von Osbournes Schallplatten zu finden seien. Osbourne selbst war von dem Vorfall zutiefst erschüttert und schwor, dass er solche Botschaften auf seinen Alben niemals unterbringen würde. Das Lied Suicide Solution gebe die Erfahrungen Osbournes mit dem Kampf gegen seine Alkoholsucht wieder und thematisiere zudem den Tod des AC/DC-Sängers Bon Scott. Es rufe jedoch niemanden zum Suizid auf. Dieses Verfahren trat in den USA eine Welle von Klagen gegen andere Rockbands, u. a. gegen Judas Priest, los. 1988 wurde schließlich die Klage von einem Gericht abgewiesen.

1987 erschien das Live-Album Tribute, das einen Zusammenschnitt zweier Auftritte von 1981 mit Randy Rhoads enthält und dem verstorbenen Gitarristen gewidmet ist. In diesem Jahr beschränkte Osbourne sich auf Promotionarbeit für das Album, spielte nur einen Auftritt vor Inhaftierten in einem Gefängnis und nahm das Duett Close My Eyes Forever mit Lita Ford auf, das ein Hit wurde.

1988 holte Osbourne den noch unbekannten Gitarristen Zakk Wylde aus New Jersey in seine Band, der Jake E. Lee ersetzte. Bob Daisley übernahm abermals den Bass und unterstützte die Band für die Aufnahmen des nächsten Albums No Rest for the Wicked. Nach der Veröffentlichung wurde Daisley wiederum durch Osbournes ehemaligen Black Sabbath-Kollegen Geezer Butler für die Tour ersetzt, die die Band 1989 nach Moskau führte und wo sie gemeinsam mit Gruppen wie Bon Jovi, Cinderella, den Scorpions u. a. die Bühne beim Moscow Music Peace Festival teilte.

Am 2. September 1988 versuchte Osbourne betrunken, seine Ehefrau Sharon zu erwürgen, wofür er verhaftet wurde. Erst unter der Auflage, einen Entzug in einer geschlossenen Anstalt anzutreten, entließ ihn die Polizei. Trotz seiner Bemühungen gelang es Osbourne vorerst nicht, seine Sucht zu bezwingen.

Die 1990er Jahre

Ozzy und Sharon Osbourne

1990 erschien die Live-EP Just Say Ozzy mit einigen Mitschnitten der „No Rest For The Wicked“-Tour. 1991 wurde Bob Daisley für die Aufnahmen des nächsten Albums No More Tears erneut in die Band geholt, kurz darauf wurde er durch Mike Inez ersetzt. Privat schwor Osbourne dem Alkohol und den anderen Drogen ab und unterzog sich strengen Fitnessprogrammen und gesunder Ernährung. Mit einem sehr erfolgreichen Album, aus dem mehrere Singles ausgekoppelt und Musikvideos gedreht wurden, ging Osbourne erneut auf Welttournee (die unter dem Motto „No More Tours“ stand). Die Tour endete im November 1992 in Costa Mesa, Kalifornien, mit einem gemeinsamen Auftritt der ursprünglichen Black-Sabbath-Besetzung, die vier Klassiker zum Besten gab.

Da Osbourne unter teilweise starken Zitteranfällen und Sprachstörungen leidet und diese sich zum damaligen Zeitpunkt verschlimmerten, konsultierte er mehrere Ärzte, die bei ihm zuerst die Parkinson-Krankheit diagnostizierten. Nach mehreren Untersuchungen stellten Spezialisten allerdings fest, dass es sich um eine vererbte Nervenkrankheit handelt, die medikamentös behandelt werden kann.

1993 erschien das Live-Doppelalbum Live & Loud, ein Mitschnitt der letzten Tour. Anschließend versuchte Osbourne, eine Band zusammenzustellen. Das geplante Projekt mit dem Gitarristen Steve Vai scheiterte jedoch. Osbourne nahm mit Zakk Wylde, Geezer Butler, und Rick Wakeman das Album Ozzmosis in Angriff. 1994 erhielt Ozzy Osbourne für I Don't Want to Change the World den Grammy Award for Best Metal Performance.

Nach den Aufnahmen verließ Zakk Wylde die Band, um sich auf seine Soloprojekte zu konzentrieren, und wurde durch Joe Holmes ersetzt. Das Album wurde sehr gut aufgenommen und die anschließende Welttournee, unter dem Motto „Retirement Sucks“, war erneut ein großer Erfolg. Während der Tour wurde Deen Castronovo aufgrund unüberbrückbarer Differenzen entlassen, und es wurden erst Randy Castillo, dann Mike Bordin ans Schlagzeug geholt. Den Bass übernahm Robert Trujillo.

Sharon Osbourne versuchte vergeblich, ihren Ehemann auf das Lollapalooza-Festival zu buchen. Daraufhin organisierte sie 1996 das Ozzfest, das bis heute jährlich stattfindet. Durch dieses Festival wurden Gruppen wie Slipknot, Korn, System of a Down und viele andere weltberühmt. Auch bereits etablierte und erfolgreiche Bands wie Judas Priest, Iron Maiden, Megadeth, Slayer, Fear Factory und Pantera nahmen bereits daran teil.

1997 erschien das Best-Of Album The OZZman Cometh mit einigen unveröffentlichten Aufnahmen von Black Sabbath aus dem Jahr 1969 und dem neuen Stück Back on Earth. Der Rest des Albums besteht aus einem chronologischen Querschnitt durch Osbournes bisherige Schaffensphase. Am 4. und 5. Dezember 1997 spielten Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward die ersten beiden Auftritte ihrer Black-Sabbath-Reunion-Tour in ihrer Heimatstadt Birmingham, England. Von nun an war Osbourne vorerst mit Welttourneen seitens Black Sabbath, vereinzelten Soloauftritten und der Ozzfest-Tour vollkommen ausgelastet.

Ein Jahr später, 1998, erschien das Livealbum Reunion von Black Sabbath mit den Mitschnitten der Shows in Birmingham und den zwei neuen Stücken Psycho Man und Selling My Soul.

Ab 2000

Logo von Ozzy Osbourne auf dem Album Down to Earth

Im Herbst 2001 erschien das Soloalbum Down to Earth, dem eine Tournee durch die USA und Kanada folgte. Mitmusiker waren Zakk Wylde, Robert Trujillo, Mike Bordin und Keyboarder John Sinclair, die auch das Album einspielten.

Einen Rückschlag erlitt Osbourne im April 2001, als seine Mutter im Alter von 85 Jahren starb. Seine soziale Ader zeigte er, als er am 23. Dezember 2001 in New York ein Benefizkonzert für die Opfer der Terroranschläge des 11. September 2001 gab und während der Tour speziell angefertigte T-Shirts verkaufte, deren Erlös er spendete. Die Tour fand unter dem Motto „Merry Mayhem“ (das erste Motto „Black Christmas“ wurde aus Respekt gegenüber den Opfern des Anschlags verworfen) statt.

Am 26. März 2002 erlag Randy Castillo einem Krebsleiden. In diesem Monat hatte die in drei Staffeln produzierte Reality-TV-Serie The Osbournes ihre Premiere bei MTV. Osbourne und seine Familie gaben Einblicke in ihr Privatleben und wurden innerhalb kürzester Zeit zu weltbekannten Superstars.

Osbournes Stern am Hollywood Walk of Fame

Am 12. April 2002 wurde Ozzy Osbourne mit einem Stern am Hollywood Walk of Fame geehrt, drei Monate später sang er bei der Party at the Palace anlässlich des goldenen Thronjubiläum von Elisabeth II. das Lied Paranoid.

Im Zuge des Erfolges rund um die Osbourne-Familie erschien neben dem Live-Album Live at Budokan (ein Mitschnitt der Ozzy-Osbourne-Japan-Tournee) im darauf folgenden Jahr ein weiteres Best-Of-Album The Essential, das kein neues Material beinhaltet. Die Singleauskopplung der Ballade Dreamer aus Down to Earth und das zugehörige, von Rob Zombie produzierte Musikvideo wurden zu einem großen Erfolg. Eine weitere Single, Mama, I’m Coming Home aus dem Best-Of-Album, lief aufgrund der Promotion in der Sendung The Osbournes auch gut.

Zwischenzeitlich verließ Bassist Robert Trujillo die Band, um den bei Metallica ausgestiegenen Jason Newsted zu ersetzen. Dieser wiederum stieg für einige Zeit als Ersatz für Trujillo bei Osbournes Band ein und spielte sogar ein paar Live-Shows.

Überschattet wurden die Ereignisse von Sharon Osbournes Darmkrebserkrankung. Seine Kinder Jack und Kelly bekamen zunehmend Probleme mit Alkohol und anderen Drogen und mussten in Entziehungskliniken eingewiesen werden. Nachdem diese Tiefen überwunden waren und sich der Gesundheitszustand seiner Frau verbessert hatte, erlitt Osbourne selbst einen Unfall, der ihn fast das Leben gekostet hätte: Im Dezember 2003 unternahm er eine Spritztour mit einem Quad durch den Wald seines Anwesens in England. Dabei fuhr er durch ein tiefes Loch und dann an einen Baum, überschlug sich, verletzte sich lebensgefährlich und war sogar für kurze Zeit klinisch tot. Ein Bodyguard, der mit ihm gefahren war, konnte Osbourne durch Erste-Hilfe-Maßnahmen wiederbeleben und ihm so das Leben retten. Die nächsten Monate verbrachte Osbourne mit Rehabilitationsmaßnahmen. Die angekündigte Europatournee für 2004 musste ausfallen.

Zur gleichen Zeit stieg die Single Changes, die Osbourne zuvor mit seiner Tochter Kelly aufgenommen hatte, in den BBC-Charts bis auf Platz 1. Es handelt sich dabei um eine Coverversion des gleichnamigen Songs seiner Gruppe Black Sabbath vom Album Vol. 4 aus dem Jahr 1972. Damit brach Osbourne den Rekord für den längsten Zeitraum zwischen der ersten Chartplatzierung und der ersten Nr. 1-Single.

Bereits im Sommer 2004 war Osbourne wieder gesund genug, um beim Ozzfest mitzumachen. 2005 erschien das 4-CD-Boxset Prince of Darkness, das neben einigen „Best Of“-Stücken, unveröffentlichten Demoversionen und Liveaufnahmen sowie Kollaborationen mit anderen Künstlern eine CD mit Coverversionen beinhaltet. Dieses Album wurde im November 2005 mit weiteren Bonusliedern unter dem Titel Under Cover und der Singleauskopplung In My Life wieder veröffentlicht.

Am 18. Mai 2007 erschien das Album Black Rain. Am 27. Mai 2007 startete seine „Black Rain 2007“-Tour in Moskau, die ihn am 28. Juni 2007 auch nach Deutschland führte. In der Olympiahalle München gab er sein einziges Deutschlandkonzert.

Ozzy Osbourne singt das Titellied des Amerikanischen World Wrestling Entertainment Pay-Per-View Judgement Day und der TV-Serie Dog – The Bountyhunter.

Im November 2008 trat Ozzy Osbourne auch als Werbepartner für das Online-Spiel World of Warcraft in Erscheinung.

Im Konsolenspiel Guitar Hero – World Tour tritt er zusammen mit Zakk Wylde als 3D animierte Figur auf. Seine typischen Bewegungsabläufe wurden mit Hilfe der Motion-Capturing-Technik passend zu den Songs Crazy Train und Mr. Crowley in einem Studio aufgenommen und ins Spiel integriert. Weiterhin ist seine Singleauskopplung I don't wanna stop im Spiel Guitar Hero – On Tour vertreten.

2009 verkündete Osbourne, dass Langzeitgitarrist Zakk Wylde die Band verlassen musste, da sich Osbourne „zu sehr wie Black Label Society anhörte“.[6] Zakk reagierte überrascht und teilweise zornig. Er bat in Interviews Ozzy um Aufklärung, da er seinen Angaben zufolge nicht informiert worden war.[7]

Als „Special“-Guest gab Ozzy Osbourne während der BlizzCon (Blizzard Entertainment), die am 21.–22. August 2009 in Anaheim, Kalifornien, stattfand, ein Live-Konzert mit folgenden Musikern an seiner Seite: Gus G. (Firewind, Gitarre), Tommy Clufetos (u. a. Alice Cooper, Ted Nugent und Rob Zombie, Schlagzeug) Rob „Blasko“ Nicholson (Rob Zombie, Bass) und Adam Wakeman (Keyboards, seit 2004 bei Ozzy).[8]

Im Oktober 2009 veröffentlichte Osbourne seine Autobiografie unter dem Titel I Am Ozzy (dt. Ozzy: Die Autobiografie). Im Juni 2010 erschien das neue Album Scream.

2010 sang er den Song Crucify The Dead von Slash auf dessen Soloalbum Slash.

Am 16. September 2010 musste Ozzy das einzige Deutschlandkonzert in seiner Welttournee 2010/2011 in Oberhausen absagen, um sich von einer Muskelzerrung im Rücken zu erholen. Seine Ärzte hatten ihm eine Ruhepause von drei bis vier Tagen verordnet, damit er sich einer Ultraschallbehandlung unterziehen konnte. Ozzy bedauerte die Absage. Das Konzert wurde am 13. Juni 2011 nachgeholt und es gab eine Zusatzshow am 15. Juni 2011 in München. Am 4. August 2011 spielte er als Headliner auf dem Wacken Open Air 2011.

Ende des Jahres 2011 kam die Dokumentation God Bless Ozzy Osbourne in die Kinos und auf DVD. Osbournes Sohn Jack führte die Regie.

Am 11. November 2011 verkündeten Osbourne, Tony Iommi, Bill Ward und Geezer Butler auf einer Pressekonferenz die Wiedervereinigung von Black Sabbath in Originalbesetzung mit einem Album für den Herbst/Winter 2012 und einer Europatournee. Aufgrund einer Krebserkrankung von Tony Iommi wurden Anfang des Jahres 2012 alle Konzerte bis auf einen Auftritt am Download-Festival abgesagt und durch eine Ozzy and Friends Tour ersetzt, die im Frühling/Sommer 2012 durch Europa tourte. Diese führte unter anderem am 3. Juni 2012 nach Dortmund und am 20. Juni 2012 nach Mannheim. Letzteres Konzert musste allerdings kurzfristig abgesagt werden, da Osbourne laut Veranstalter während des Sets der Vorgruppe Black Label Society hinter der Bühne einen Schwächeanfall erlitt. Zu dem Line-Up gehörten neben Osbournes Band von der Scream Tour 2010/2011 die Gitarristen Slash und Zakk Wylde sowie der Black-Sabbath-Bassist Geezer Butler. Iommi bestätigte jedoch, dass die Arbeiten an dem neuen Album wie geplant weiterliefen. Das Album 13 erschien im Juni 2013.

2013 gab Ozzy zu, seit zwei Jahren bereits erneut Alkohol zu trinken und andere Drogen zu nehmen. Die Black-Sabbath-Wiedervereinigung hätte jedoch nichts damit zu tun. Er sei inzwischen wieder sauber. Auch seine Ehe ging beinahe in die Brüche.[9]

Im März 2014 wurde bekannt, dass Ozzy Osbournes Haus in Buckinghamshire, England, überflutet wurde und dabei ein Schaden von mindestens einer halben Million US-Dollar entstand. Während der Renovierung nach der Flut wurde eine seltene Fledermausart entdeckt, die für zirka 27.000 US-Dollar entfernt werden musste.[10] Dieses Haus brannte bereits zweimal, es wurde dort eingebrochen und Ozzy hatte dort 2003 seinen schweren Quad-Unfall. Er lebte zwischenzeitlich auch in einem Haus in Los Angeles, das ebenfalls 2013 brannte.[11] 2015 kaufte er sich in Beverly Hills für 10 Millionen US-Dollar ein neues Haus.[12]

2016 ging Ozzy Osbourne mit seinem Sohn Jack Osbourne auf Weltreise, um geschichtsträchtige Orte zu besichtigen. Die Reality-TV-Serie wurde von Osbourne Media und TGroup Productions für den US-amerikanischen Fernsehsender HISTORY produziert. In Deutschland wurde die Reihe 2017 auf dem deutschen Pay-TV-Sender HISTORY ausgestrahlt.[13]

Am 4. Februar 2017 spielten Black Sabbath mit Ozzy Osbourne in seiner Heimatstadt Birmingham das 81. und letzte Konzert ihrer The End-Tour; es wurde am 28. September 2017 weltweit in über 1.500 Kinos in einer gekürzten Version gezeigt.[14]

Trivia

  • Am 16. Juni 2014 wurde die Dresdner Waldschlößchenbrücke von einem Unbekannten auf dem Kartendienst Google Maps in Ozzy-Osbourne-Brücke umbenannt.[15][16]
  • 2010 wurde das Erbgut Osbournes entschlüsselt.[17]
  • 2014 wurde eine Froschart im Amazonas entdeckt, die einen fledermausartigen Laut von sich gibt. Sie wurde aufgrund Ozzy Osbournes weltberühmtem Fledermaus-Biss Dendropsophus ozzyi genannt.[18]
  • Nachdem er zuvor 19 Mal durch die Führerscheinprüfung gefallen war, bestand Osbourne 2010 im Alter von 61 Jahren beim 20. Versuch die Prüfung.[19][20]

Musiker der Ozzy-Osbourne-Band

Aktuelle Besetzung:

Gründungsbesetzung (ab 1979):

Ehemalige Mitglieder: Gitarristen:

Bassisten:

Schlagzeuger:

Keyboarder:

  • Don Airey (1980, 1981–1982, 1983–1985)
  • Lindsay Bridgwater (1980–1981, 1981–1982, 1982–1983)
  • (1981)
  • Mike Moran (1985–1986)
  • (1986–1991)
  • (1991–1992)
  • Rick Wakeman (1995)
  • (2001)

Diskografie

Mit Black Sabbath

Diese Auflistung enthält nur die Studio-Alben. Für sämtliche Black-Sabbath-Veröffentlichungen mit Ozzy Osbourne siehe Black Sabbath/Diskografie

Studioalben:

Als Ozzy Osbourne

Diese Auflistung enthält nur die Studio-Alben. Für eine ausführliche Diskografie siehe Ozzy Osbourne/Diskografie

Studioalben:

Weblinks

Commons: Ozzy Osbourne – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Angabe von Osbourne Lese- und Rechtschreibschwäche
  2. Terry Watkins: Ozzy Osbourne – The rest of the story. In: Dial the Truth Ministries article. Abgerufen am 16. Mai 2007.
  3. http://m.focus.de/kultur/vermischtes/ozzy-osbourne-nach-affaere-mit-haarstylistin-ozzy-osbourne-in-therapie-wegen-sexsucht_id_5789491.html
  4. Ozzy Osbourne: Parkinson. Abgerufen am 29. Januar 2020.
  5. Ozzy Osbourne – Biografie. imdb.com. Abgerufen am 15. Januar 2016.
  6. roadrunnerrecords.com (Memento des Originals vom 16. Oktober 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2
  7. roadrunnerrecords.com (Memento des Originals vom 2. August 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2
  8. roadrunnerrecords.com (Memento des Originals vom 26. August 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2
  9. http://www.blabbermouth.net/news/ozzy-osbourne-says-black-sabbath-reunion-didnt-contribute-to-his-relapse/
  10. http://www.blabbermouth.net/news/ozzy-osbourne-must-pay-27000-to-rid-his-home-of-bats/
  11. http://www.blabbermouth.net/news/ozzy-osbournes-mansion-destroyed-by-flooding/
  12. http://www.blabbermouth.net/news/ozzy-osbourne-spends-10-million-on-new-beverly-hills-home/
  13. Ozzy & Jack's World Detour. In: rockhard.de. Abgerufen am 23. Dezember 2016.
  14. Black Sabbath: THE END OF THE END. 29. Juni 2017, abgerufen am 14. Januar 2018.
  15. „Fehler bei Kartendienst - Google Maps errichtet „Ozzy-Osbourne-Brücke“ in Dresden“ Stern (Zeitschrift), [1]. 16. Juni 2014.
  16. „PANORAMA KARTEN-PANNE 09:18 Google gibt Dresden eine „Ozzy-Osbourne-Brücke““ Die Welt. 17. Juni 2014.
  17. ZEIT online: Ozzy Osbourne – ein genetisches Wunder?
  18. http://www.blabbermouth.net/news/ozzy-osbourne-has-new-species-of-frog-named-after-him/
  19. 19 Mal durchgefallen: Doch jetzt hat Ozzy den Lappen, Bericht der Münchener Tageszeitung tz vom 30. Juni 2010, abgerufen am 21. Mai 2017
  20. 19. Versuch – Ozzy Osbourne schafft den Führerschein Bericht der Tageszeitung DIE WELT vom 30. Juni 2010, abgerufen am 21. Mai 2017
  21. Zakk Wylde zurück bei Ozzy Osbourne – so reagiert Gus G von Thomas Sonder auf www.metal-hammer.de, 2. Mai 2017
Black Sabbath
Black Sabbath Logo.jpg

Geezer Butler, Tony Iommi, Bill Ward und Ozzy Osbourne, 1970
Geezer Butler, Tony Iommi, Bill Ward und Ozzy Osbourne, 1970
Allgemeine Informationen
Herkunft Birmingham, England
Genre(s) Heavy Metal, Doom Metal, Hard Rock
Gründung 1968 als Earth
1969 als Black Sabbath
Auflösung 2017
Website www.blacksabbath.com
Gründungsmitglieder
Ozzy Osbourne (bis 1977, 1978–1979, ab 1997)
Tony Iommi
Geezer Butler (bis 1984, 1990–1994, ab 1997)
Bill Ward (bis 1980, 1983–1984, 1994, 1997–2012)
Letzte Besetzung
Gesang, Mundharmonika
Ozzy Osbourne (bis 1977, 1978–1979, ab 1997)
Lead-Gitarre
Tony Iommi
(ab 2004)
Bass, Synthesizer
Geezer Butler (bis 1984, 1990–1994, ab 1997)
Schlagzeug
Tommy Clufetos (2012, ab 2013)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Dave Walker (1977–1978)
Gesang
Ronnie James Dio (1979–1983, 1991–1992; † 2010)
Gesang
Ian Gillan (1982–1984)
Gesang
(1984–1985)
Gesang
Glenn Hughes (1985–1986)
Gesang
Ray Gillen (1986–1987); † 1993
Gesang
Tony Martin (1987–1991, 1992–1997)
Keyboard, Rhythmus-Gitarre
(1985–2004); † 2017[1]
Bass
(1985–1987)
Bass
Bob Daisley (1987)
Bass
(1987–1988)
Bass
(1988–1989)
Bass
Neil Murray (1989–1991, 1994–1997)
Schlagzeug
Vinny Appice (1980–1982, 1991–1992, 1998)
Schlagzeug
Bev Bevan (1983–1984)
Schlagzeug
Eric Singer (1985–1987)
Schlagzeug
Terry Chimes (1987–1988)
Schlagzeug
Cozy Powell (1988–1991, 1994–1995; † 1998)
Schlagzeug
Bobby Rondinelli (1992–1994, 1995–1997)
Schlagzeug
Brad Wilk (2013)

Black Sabbath war eine ab 1969 unter diesem Namen bestehende englische Heavy-Metal-Band aus Aston (Birmingham), die als Mitbegründer dieses Genres und als prägende Größe des Hard Rock der frühen 1970er-Jahre gilt.[2] Der Band wird ein maßgeblicher Einfluss auf die Entwicklung der Rock- und Heavy-Metal-Musik der folgenden Jahrzehnte zugesprochen,[3] ebenso auf die Entstehung des Subgenres Doom Metal[4] und über ihre manchmal diabolischen Inhalte indirekt auf den Black Metal.[5][6] Ihr letztes Konzert fand am 4. Februar 2017 in ihrer Heimatstadt Birmingham statt.

Geschichte

Entwicklung bis 1972

Im August 1968 spielten die Schulfreunde Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler, Bill Ward sowie zwei weitere Musiker aus Birmingham in der Polka Tulk Blues Band, abgekürzt auch Polka Tulk. Nachdem die zwei anderen Bandmitglieder die Gruppe verlassen hatten, benannte sich die Gruppe in Earth um. Die Musik wurde in dieser Zeit besonders von Blues und Jazz dominiert. 1968 und 1969 trat die Band im Vorprogramm von Ten Years After, John Mayall & the Bluesbreakers und Van der Graaf Generator auf und ging auf Tour durch Dänemark und Deutschland. Sie spielte im Schwäbisch Haller Club Alpha 60 und mehrfach im Hamburger Star-Club.[7][8]

Im Dezember 1968 trat Iommi kurzzeitig mit Jethro Tull auf, kehrte aber zu Earth zurück. Da bereits eine andere Band namens Earth existierte, entschied man sich für eine weitere Änderung, um Verwechslungen zu vermeiden. Das Lied und der Bandname Black Sabbath wurde von dem Horrorfilm Die drei Gesichter der Furcht (I tre volti della paura, 1963) von Mario Bava mit Boris Karloff inspiriert, dessen englischer Titel Black Sabbath war.

Mit dem Namenswechsel ging auch ein Stilwechsel einher. Die Band probte damals gegenüber einem Kino und den jungen Musikern fiel auf, dass, wenn z. B. die damals sehr populären Gruselfilme aus den britischen Hammer Studios (Christopher Lee) liefen, das Kino besonders gut besucht war. Iommi, Osbourne, Butler und Ward wunderten sich und es wurde darüber diskutiert. So sei Iommi die Idee gekommen, dass man auch Musik machen könne, bei der sich die Zuhörer fürchten.[9]

Das in nur zwölf Stunden aufgenommene[10] Debüt Black Sabbath bietet harten Gitarrenrock, aggressive, düstere und auch melancholische Elemente, Songs mit Sessioncharakter und Bluesrockreferenzen wie etwa lange Gitarrensoli und ineinander übergehende Songs. Dazu kommen Stücke mit mehreren Parts, was als typisch für die britische Herangehensweise zu komponieren gelten kann. Die Platte erschien 1970 in zwei Versionen: Das auf der europäischen Version enthaltene Evil Woman wurde auf der amerikanischen und japanischen Version durch Wicked World ersetzt. Das von Vertigo Records veröffentlichte Album erreichte in Großbritannien die Top 10 und hielt sich in den USA länger als ein Jahr in den Charts. Dort wurden eine Million Exemplare verkauft.[2]

Die zweite LP Paranoid repräsentiert den typischen Sabbath-Stil, der bis heute großen Einfluss auf Rockbands ausübt. In den meisten Stücken dieser Zeit kombinieren Black Sabbath einfache Riffstrukturen mit virtuosen Variationen von Bass, Gitarre, Schlagzeug und eingängigen Gesangslinien. Sänger Osbourne verzichtet ganz auf die zu dieser Zeit bei Rockbands beliebten Bluesrockelemente. Sein hoher, falsettähnlicher melodiöser und ekstatischer Gesang besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Mit Paranoid, dem Titelstück der gleichnamigen LP, gelangte Black Sabbath weltweit in die Single-Charts. Das Album sollte ursprünglich War Pigs heißen, der Plattenfirma war das aber zu provokant. So entschied sie sich im letzten Moment eigenmächtig, das Album Paranoid zu nennen, nach einem Song, der ironischerweise von der Band erst gegen Ende der Albumsessions in zehn Minuten arrangiert[11] und eilig aufgenommen wurde, um die Platte zu füllen. Paranoid wurde schließlich zum größten Hit der Band und erreichte Platz eins in Großbritannien. In den USA wurde das Album vier Millionen Mal verkauft.[2]

Höhepunkt und Niedergang (1972–1978)

Das meiste Material der ersten beiden Alben war den vier Musikern wohlvertraut. Durch jahrelange Liveerfahrung waren diese Stücke gereift, sie waren schon zu 'Earth’ Zeiten Bestandteil des Repertoires. Mit den Alben Master of Reality, Vol.4 und Sabbath Bloody Sabbath wurde es schwieriger, denn es sollte neues und unvertrautes Material produziert werden. Doch die Alben waren sehr erfolgreich, sie erreichten alle die Top 10 in Großbritannien.[2] Sabbath Bloody Sabbath, Sabotage und Technical Ecstasy führten den klassischen Stil weiter, es flossen aber zusätzliche Stilmittel ein, der Bandsound wurde angereichert mit Klassikversatzstücken (Supertzar), erweiterten Arrangements (Wheels Of Confusion, Megalomania) oder auch Pop Anleihen (Who Are You). Zum bekannten Instrumentarium kamen Keyboard, Synthesizer, Streicher und klassischer Chor dazu. Gast bei verschiedenen Studiosessions und auf den Alben Vol.4 und Sabbath Bloody Sabbath zu hören, ist der Keyboarder Rick Wakeman, damals Keyboarder der Progressive-Rock-Band Yes. Die Bluesrockwurzeln von Black Sabbath verschwanden nun immer mehr. Als die Plattenfirma trotz aufwändiger Produktionen weniger Geld für eine Promotion bereitstellte, fühlten sich Sabbath sabotiert, worauf sie, als kleinen Seitenhieb, ihr sechstes Studioalbum Sabotage nannten. Mit diesem Album wurden die erwarteten Verkaufszahlen nicht erreicht. Dessen ungeachtet zählt auch dieses Album heute als Klassiker.

Im Oktober 1977 verließ Osbourne die Band. Als Ersatz trat der Sänger Dave Walker, der schon bei Savoy Brown und Fleetwood Mac am Mikro stand, der Band bei und wirkte bei einigen Konzerten, nicht jedoch bei Albumaufnahmen mit. Nach drei Monaten kehrte Osbourne zurück und nahm mit der Band das vorerst letzte Album Never Say Die! auf. In Klang und Habitus deutlich rauer, geprägt von schweren Alkoholeskapaden, war Osbourne jedoch nicht in der Lage, das Album zu beenden. Der letzte Track, 'Swinging The Chain', wurde von Drummer Bill Ward eingesungen, der schon auf dem Vorgängeralbum Technical Ecstasy als Sänger eingesprungen war. Im Januar 1979, als Black Sabbath in Los Angeles vergeblich versuchten, ein neues Album aufzunehmen, wurde Osbourne von der Band entlassen. Dazu sagte Drummer Bill Ward 2015:

„Ich habe mich freiwillig gemeldet und es war eines der schlimmsten Dinge, die ich jemals in meinem Leben tun musste, um ehrlich zu sein. Ich wollte eigentlich gar nicht, dass Ozzy die Band verlässt, aber die Gründe dafür leuchteten mir ein, aber ja, war das ein tragischer Tag. Es war der Tag, an dem die Band implodierte.“

Bill Ward[12]

Dennoch spielte Ozzy später auf seinen Konzerten stets auch Klassiker seiner Stammformation, wie Paranoid, War Pigs, Iron Man oder auch Sweet Leaf u. a. m.

Osbournes Ausstieg und erste Besetzung mit Dio (1979–1982)

In der Folgezeit trat Black Sabbath unter der Führung des Gitarristen Tony Iommi mit verschiedenen Sängern, Bassisten und Schlagzeugern weiter auf. Der Keyboarder Geoff Nicholls hatte vorher bei der Band Quartz Gitarre gespielt und wechselte zunächst nur als Studiomusiker und Gast zu Black Sabbath. Obwohl er nicht auf allen folgenden Alben der Band genannt wird, war er an diesen als Musiker und Komponist beteiligt. In einigen Phasen wurde er sogar dazu gebracht, seinen Part bei Konzerten hinter der Bühne zu spielen, da er nicht als vollwertiges Bandmitglied gelten sollte.[13]

1979 stieß Ronnie James Dio, der zuvor bei Elf und Rainbow gesungen hatte, zur Band. Er wurde ursprünglich von Tony Iommi kontaktiert, da dieser Black Sabbath ebenfalls verlassen wollte, um eine neue Formation zu gründen. Während der Aufnahmen zum Album Heaven and Hell verließ Geezer Butler die Band, wodurch Dio, Iommi und Ward zuerst zu dritt an dem Album arbeiteten. Während die Band dabei war, Butler durch den ehemaligen Elf- und Rainbow-Bassisten zu ersetzen, kehrte er zur Band zurück. Trotz Skepsis zu Beginn kam das Album in der Öffentlichkeit gut an. Auf der Tour zu Heaven and Hell (1980) popularisierte Dio die mano cornuta, das Handzeichen, das er anstelle des für Osbourne typischen V-Zeichens gebrauchte und das sich zu einem der Identifikationsmerkmale der Metal-Szene entwickelte.[14] Während dieser Tour verließ Schlagzeuger Bill Ward die Band, da seine Eltern kurz hintereinander verstorben waren und er mit Alkoholproblemen kämpfte. Er wurde durch Vinny Appice ersetzt, der auch das zweite Album mit Dio, Mob Rules, mit einspielte. Bei den Aufnahmen gab es aufgrund des Erfolgsdruckes erste Spannungen innerhalb der Band. Im Jahr 1982 wurde das Live-Album Live Evil veröffentlicht. Bei dem Mix dieses Albums kam es zum Bruch der Band, die sich in zwei Lager (bestehend aus Geezer Butler/Tony Iommi und Ronnie James Dio/Vinny Appice) aufgeteilt hatte. Dio wurde vorgeworfen, ein Kontrollfreak zu sein. Der schwerwiegendste Vorwurf kam von Seiten der Techniker: Dio und Appice hätten angeblich nachts heimlich im Studio den Mix geändert. Im Zuge dieser Vorwürfe trennten sich Iommi und Butler von den beiden Musikern.

Ian Gillan als Sänger (1982–1984)

Als neuen Sänger engagierte die Gruppe den ehemaligen Deep-Purple-Frontmann Ian Gillan. Zu dieser Zeit (1983) veröffentlichte man das Album Born Again, für das Schlagzeuger Bill Ward in die Band zurückkehrte. Allerdings konnte er wegen seiner Alkoholprobleme die anschließende Tour nicht absolvieren und wurde durch den ehemaligen Electric-Light-Orchestra-Schlagzeuger Bev Bevan ersetzt. Das Album erreichte Platz 4 der englischen und Platz 39 der US-Charts.[15] Diese Besetzung zerbrach, als Gillan aufgrund der Wiedervereinigung von Deep Purple im Jahr 1984 ausstieg. Black Sabbath testete nach der Gillan-Ära verschiedene talentierte Rock-Sänger wie zum Beispiel David Donato (später White Tiger) oder Jeff Fenholt (später Joshua), mit denen jedoch keine offiziellen Verträge zustande kamen.

Beim Live-Aid-Konzert 1985 trat die Band für drei Songs mit Ozzy Osbourne auf.

Ständig wechselnde Besetzungen (1986–1991)

Im Jahr 1986 folgte als neuer Sänger Ex-Deep-Purple-Mitglied Glenn Hughes, mit dem das Album Seventh Star aufgenommen wurde, das ursprünglich als Soloalbum von Iommi geplant war. Auf Druck des Plattenlabels wurde es unter dem Namen Black Sabbath feat. Tony Iommi veröffentlicht.[16] Am Bass war Dave Spitz und am Schlagzeug der spätere Kiss-Schlagzeuger Eric Singer. In Großbritannien erreichte das Album Platz 27 der Charts. Danach gab es diverse Besetzungswechsel. Sänger Glenn Hughes wurde durch Ray Gillen ersetzt, ebenso kehrte Bev Bevan in die Band zurück. Zudem wurde Keyboarder Geoff Nicholls zum offiziellen Bandmitglied.

Während der Aufnahmen für das nächste Album, The Eternal Idol, wurde Bassist Spitz entlassen und durch Bob Daisley ersetzt. Nachdem die Aufnahmen abgeschlossen waren, verließ Ray Gillen die Band und wurde durch den Sänger Tony Martin ersetzt, der den Gesang noch einmal neu aufnahm. Das Album erreichte Platz 66 der englischen Hitparade und blieb dort für eine Woche. Für das Album Headless Cross spielte Laurence Cottle die Basslinien ein. Zudem übernahm der bekannte Drummer Cozy Powell das Schlagzeug. Als besonderen Gast konnte man Brian May für die Aufnahmesession gewinnen, er spielte Gitarre bei dem Lied When Death Calls. Das Album erreichte Position 31 der britischen Charts und gilt als das beste der Tony-Martin-Ära.

Cozy Powell brachte nun den Bassisten Neil Murray in die Band ein. In dieser Besetzung konnte die Band im Jahr 1990 mit dem Album Tyr erneut einen Erfolg verbuchen. Thematisch beschäftigt sich dieses nach dem germanischen Kriegsgott benannte Album mit der nordischen Mythologie.

Wiedervereinigung mit Dio (1991–1992)

Trotz dieses Erfolges entließ Iommi im Anschluss Martin, Murray, Powell und Nicholls, um den Weg für eine Wiedervereinigung mit den ehemaligen Mitgliedern Ronnie James Dio und Vinny Appice sowie dem Gründungsmitglied Geezer Butler zu ebnen. Geezer Butler hatte den Anstoß dazu gegeben, als er privat ein Dio-Konzert besuchte und diesen dort traf. In dieser Besetzung nahm die Band 1992 das Album Dehumanizer auf, das sich stark am Black Sabbath-Stil der 70er-Jahre orientierte. Während der Aufnahmen kam es zu Unstimmigkeiten in der Band und Dio dachte darüber nach, Black Sabbath wieder zu verlassen. Die Single-Auskopplung TV Crimes wurde in Großbritannien ein Top-30-Hit und das Album erreichte die Top-40. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Ozzy Osbourne mit seiner eigenen Band auf seiner ersten Abschiedstour. Für die beiden letzten Konzerte in Costa Mesa, Kalifornien, wollte er gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen von Black Sabbath auftreten. Verträge wurden ausgehandelt, allerdings weigerte sich Dio aus persönlichen Gründen, die Bühne mit Ozzy zu teilen. Dio verließ die Band daraufhin. Später erklärte er, dass das Konzert ein Versuch war, die Wiedervereinigung mit Ozzy zu erreichen. Bei den beiden Konzerte in Costa Mesa ersetzte Rob Halford Dio als Sänger.

Cross Purposes und Abstieg der Band (1992–1997)

Iommi setzte die Arbeit mit Butler, dem zurückgekehrten Tony Martin und dem Schlagzeuger Bobby Rondinelli fort. Diese neue Besetzung nahm das Album Cross Purposes (1994) und das darauffolgende Live-Album (1995) auf. Im Anschluss daran kündigten Butler und Rondinelli und wurden erneut von Murray und Powell ersetzt. Zusätzlich nahm Iommi Geoff Nichols wieder auf, womit die Besetzung des Tyr-Albums wiederhergestellt war. 1995 produzierte die Band ihr für lange Zeit letztes Studioalbum Forbidden. Tony Iommi, der 'starke Mann' der Band und Entscheidungsgeber, war dermaßen unzufrieden mit dem Ergebnis, dass er schon nach Veröffentlichung der ersten Auflage das Album aus dem Katalog des Labels streichen ließ. Als Gastmusiker trat der Rapper Ice-T im Stück The Illusion of Power auf. Allerdings erfolgte direkt nach den Aufnahmen erneut ein Wechsel: Powell verließ die Band, während Rondinelli wieder einstieg.

Wiedervereinigung (1997–2006)

Geezer Butler, Bill Ward, Ozzy Osbourne und Tony Iommi, im Vordergrund die mano cornuta eines Fans, 2005

Für die Ozzfest-Tour 1997 gelang es Iommi, die ursprüngliche Besetzung von Black Sabbath, mit Ausnahme von Bill Ward (stattdessen spielte Mike Bordin Schlagzeug), wiederzuvereinigen. Black Sabbath spielte 1997 die ersten beiden Konzerte in ihrer Heimatstadt Birmingham in der NEC Arena. Aus diesen Auftritten entstand das Live-Album Reunion, das im darauf folgenden Jahr veröffentlicht wurde. Das Material bestand zu einem großen Teil aus Stücken der frühen Geschichte wie Paranoid, Black Sabbath oder War Pigs, enthielt aber auch Studioaufnahmen von zwei neuen Liedern, Selling My Soul und Psycho Man, die beide von Osbourne und Iommi geschrieben wurden. Das Album war insbesondere in den USA erfolgreich, wo es Platz 11 der Charts erreichte und Platin-Status erlangte. Für die Aufarbeitung von Iron Man erhielt die Band im Jahr 2000 den Grammy Award for Best Metal Performance.

Im Jahr 2005 erfolgte eine weitere Tournee der Original-Besetzung. Dabei beschränkte sich die Band bei ihren Auftritten auf Songs der ersten fünf Studio-Alben. Im November desselben Jahres wurden Black Sabbath in die , 2006 dann in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Heaven And Hell (2006–2010)

Geezer Butler, Ronnie James Dio, Vinny Appice und Tony Iommi, 2007

2007 erschien die Compilation The Dio Years, welche die Höhepunkte der Schaffensperiode von Black Sabbath mit Ronnie James Dio am Gesang abdeckt. Ronnie James Dio, Tony Iommi, Geezer Butler und Vinny Appice (die Besetzung der Alben Mob Rules von 1981 und Dehumanizer von 1992) gingen im Jahr 2007 unter dem Namen Heaven and Hell auf Tournee. Gespielt wurden ausschließlich Lieder der drei Alben der Dio-Ära und des neuen Best-of-Albums. Im Jahr 2009 erschien in dieser Besetzung ein neues Studioalbum namens The Devil You Know und die Band ging erneut auf Welttournee. Die Tournee konnte nicht beendet werden, da Ronnie James Dio an Magenkrebs erkrankte und schließlich im Mai 2010 verstarb.

2010 erschien das Live-Album Neon Nights: 30 Years of Heaven & Hell Live at Wacken auf CD und DVD, das einen Auftritt der Band auf dem Wacken Open Air 2009 zeigt. Nach Dios Tod trat die Band am 24. Juli 2010 noch einmal unter dem Namen Heaven And Hell auf. Dabei sangen Glenn Hughes und Jørn Lande.

Das Album 13 und The End (2011–2017)

Am 16. August 2011 wurde das Gerücht verbreitet, dass die Originalbesetzung (mit Ward) für eine Wiedervereinigung zurückgekehrt sei. Obwohl Tony Iommi dies auf seiner Internetpräsenz dementierte,[17] gab er nur einen Tag später ein Statement ab, das eine Wiedervereinigung nicht hundertprozentig ausschloss. Für den 11. November 2011 wurde eine wichtige Nachricht angekündigt, die dann in Form einer Videobotschaft auf YouTube gelüftet wurde: Die Urbesetzung hatte ihre Wiedervereinigung für lange Zeit verschwiegen und plante für 2012 ein neues Studioalbum sowie eine Welttournee.[18] Anfang 2012 wurde bekannt, dass Tony Iommi an Krebs erkrankt sei, worauf die Tournee vorerst verschoben wurde. Im Februar 2012 vermeldete Schlagzeuger Bill Ward seinen Ausstieg aus der Band. Über die Gründe veröffentlichte er eine Stellungnahme auf seiner Homepage.[19]

Im Januar 2013 gab die Band bekannt, dass im Juni 2013 das neue Album erscheinen werde. Es trägt den Titel 13 und wurde von Rick Rubin produziert. Am 19. April 2013 wurde die Singleauskopplung God Is Dead? aus dem Album als Download veröffentlicht.[20] Der Titel konnte sich als erste Single der Band seit dem Nr.1-Erfolg Paranoid aus dem Jahr 1971 in den Verkaufscharts platzieren.[21] Bei den Grammy Awards 2014 wurde das Lied als beste Metal-Darbietung des Jahres ausgezeichnet.

Im November 2013 erschien das Live-Album Black Sabbath: Live…Gathered in Their Masses, das am 30. April und 1. Mai in Melbourne, Australien aufgenommen worden war.[22] Aufgrund des kommerziellen Erfolges des damals aktuellen Albums und der Konzerte wurde die Tour 2013 bis in das Jahr 2014 verlängert. Am Ende umfasste die Tour 81 Konzerte in 28 unterschiedlichen Ländern. Jedoch musste Iommi alle sechs Wochen nach Solihull bei Birmingham fliegen, um dort im Spire Parkway Hospital wegen seiner Krankheit behandelt zu werden. Nach 3 Wochen Pause konnte er dann immer zur Band zurückkehren. Im Sommer 2015 war Iommis Antikörper-Behandlung abgeschlossen.

Im März 2015 sagte Sharon Osbourne, Ehefrau von Ozzy Osbourne, in einem Trailer zu dem angekündigten Konzert Ozzfest Japan im November 2015, dass es Black Sabbaths „Lebwohl“ wird.[23] Kurze Zeit später wurde der Auftritt jedoch abgesagt und durch eine Ozzy Osbourne & Friends Show ersetzt.[24][25]

Im September 2015 gab die Band bekannt, dass die Abschiedstour „The End“ im Januar 2016 starten werde.[26] Als Vorgruppe wurde für die Abschiedstournee die kalifornische Band Rival Sons bestätigt.[27] Ozzy Osbourne wurde 2014 bei einer Veranstaltung für eine Preisverleihung des Classic Rock Magazins auf die Band aufmerksam. In Deutschland fand ein Konzert im Juni 2016 in Berlin statt.[28] Ein weiterer Auftritt beim Festival Rock am Ring in Mendig wurde abgesagt, nachdem das Festival wegen eines Unwetters vorzeitig beendet wurde, der Auftritt bei der Schwesterveranstaltung Rock im Park fand jedoch statt.[29] Das Abschiedskonzert für Österreich fand am 28. Juni 2016 in Wien statt.

Im Januar 2017 spielte Black Sabbath ihr bis dahin letztes Deutschlandkonzert – ein Zusatzkonzert – in Köln.[30] Ihr finales Konzert fand am 4. Februar 2017 in ihrer Heimatstadt Birmingham statt.[31]

Der Rolling Stone listete die Band auf Rang 85 der 100 größten Musiker aller Zeiten.[32]

Besetzungen

Einfluss auf andere Bands

Black Sabbath zählt neben Deep Purple und Led Zeppelin zu den ersten und bedeutendsten Bands des Hard Rock und gilt als richtungsweisend für die spätere Entwicklung des Heavy Metal.[33] Viele Rockbands zählen die Musik von Black Sabbath zu ihren Einflüssen, u. a. Alice in Chains,[34] Anthrax,[35][36] Bathory,[37] Blessed Death,[38] Candlemass,[39] Celtic Frost,[40] Death,[41] Disturbed,[42] Down,[43] Fear Factory,[44] Foo Fighters,[45] Godsmack,[46] Guns N’ Roses,[47] Iron Maiden,[48] Judas Priest,[47] Korn,[41] Manowar, Megadeth,[49] Metallica,[41][50] Opeth,[51] Pantera,[41] The Smashing Pumpkins,[52] Slayer,[41][53] Slipknot[54] und Venom.[6][41]

Diskografie

Studioalben

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen/​‑monate, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[55]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen/Mo­nate, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
DE DE AT AT CH CH UK UK US US
1970 Black Sabbath DE8
(8 Mt.)DE
UK8
Gold
Gold

(42 Wo.)UK
US23
Platin
Platin

(65 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 13. Februar 1970
Verkäufe: + 1.150.000
Platz 241 der Rolling-Stone-500
Paranoid DE2
(7 Mt.)DE
UK1
Gold
Gold

(26 Wo.)UK
US12
Vierfachplatin
×4
Vierfachplatin

(76 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 18. September 1970
Verkäufe: + 4.225.000
Platz 130 der Rolling-Stone-500
1971 Master of Reality DE5
(5 Mt.)DE
UK5
Gold
Gold

(13 Wo.)UK
US8
Doppelplatin
×2
Doppelplatin

(43 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 21. Juli 1971
Verkäufe: + 2.200.000
Platz 298 der Rolling-Stone-500
1972 Black Sabbath Vol. 4 DE14
(5 Mt.)DE
UK8
Silber
Silber

(10 Wo.)UK
US13
Platin
Platin

(31 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 25. September 1972
Verkäufe: + 1.160.000
1973 Sabbath Bloody Sabbath DE49
(1 Mt.)DE
UK4
Gold
Gold

(11 Wo.)UK
US11
Platin
Platin

(32 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1. Dezember 1973
Verkäufe: + 1.150.000
1975 Sabotage DE44
(3 Mt.)DE
AT9
(2 Mt.)AT
UK7
Silber
Silber

(7 Wo.)UK
US28
Gold
Gold

(14 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 28. Juli 1975
Verkäufe: + 560.000
1976 Technical Ecstasy UK13
(6 Wo.)UK
US51
Gold
Gold

(12 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 25. September 1976
Verkäufe: + 500.000
1978 Never Say Die! UK12
(6 Wo.)UK
US69
Gold
Gold

(14 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 28. September 1978
Verkäufe: + 500.000
1980 Heaven and Hell DE37
(15 Wo.)DE
UK9
Gold
Gold

(22 Wo.)UK
US28
Platin
Platin

(24 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 25. April 1980
Verkäufe: + 1.100.000
1981 Mob Rules UK12
Silber
Silber

(13 Wo.)UK
US29
Gold
Gold

(18 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 4. November 1981
Verkäufe: + 610.000
1983 Born Again DE37
(6 Wo.)DE
UK4
(7 Wo.)UK
US39
(16 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 7. August 1983
1986 Seventh Star DE51
(4 Wo.)DE
UK27
(5 Wo.)UK
US78
(11 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 28. Januar 1986
feat. Tony Iommi
1987 The Eternal Idol UK66
(1 Wo.)UK
US168
(6 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1. November 1987
1989 Headless Cross DE18
(15 Wo.)DE
CH23
(2 Wo.)CH
UK31
(2 Wo.)UK
US115
(8 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 1. April 1989
1990 Tyr DE12
(14 Wo.)DE
AT24
(5 Wo.)AT
CH24
(5 Wo.)CH
UK24
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 20. August 1990
1992 Dehumanizer DE14
(16 Wo.)DE
AT7
(10 Wo.)AT
CH13
(8 Wo.)CH
UK28
(2 Wo.)UK
US44
(8 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 22. Juni 1992
1994 Cross Purposes DE32
(9 Wo.)DE
AT23
(6 Wo.)AT
CH41
(3 Wo.)CH
UK41
(1 Wo.)UK
US122
(2 Wo.)US
Erstveröffentlichung: 31. Januar 1994
1995 Forbidden DE35
(9 Wo.)DE
AT40
(1 Wo.)AT
CH48
(1 Wo.)CH
UK71
(1 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 8. Juni 1995
2013 13 DE1
Platin
Platin

(29 Wo.)DE
AT2
Gold
Gold

(17 Wo.)AT
CH1
(20 Wo.)CH
UK1
Gold
Gold

(12 Wo.)UK
US1
(15 Wo.)US
Erstveröffentlichung: Juni 2013
Verkäufe: + 447.500

grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar

Literatur

Weblinks

Commons: Black Sabbath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ex-Black-Sabbath-Keyboarder: Geoff Nicholls stirbt an Lungenkrebs (Memento vom 29. Januar 2017 im Internet Archive)
  2. a b c d Black Sabbath. (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive) Billboard.com
  3. Black Sabbath. VH1.com. Abgerufen am 9. Oktober 2012.
  4. Robert Müller: Jetzt mal schön langsam…. In: Metal Hammer, Dezember 2010, S. 89.
  5. Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. First Edition. Feral House, Venice 1998, ISBN 0-922915-48-2, S. 22.
  6. a b „We were all into the older stuff—Judas Priest, Deep Purple, Motorhead, Black Sabbath. Mantas had always been a huge Kiss fan. We were drawing inspiration from these bands. We’d take some of the diabolical content of Black Sabbath and we’d mix it with some of the stage presence of Kiss, and with the originality of Deep Purple. That’s were we got Venom from. Venom was never meant to be a blacker Iron Maiden or anything, it was really based on older bands and what little pieces of those bands we wanted to emulate.“ Michael Moynihan, Didrik Søderlind: Lords of Chaos. First Edition. Feral House, Venice 1998, ISBN 0-922915-48-2, S. 10.
  7. Black Sabbath – Biografie und Diskografie. (Memento vom 4. Oktober 2007 im Internet Archive) HardHarderHeavy
  8. Timelines (Memento vom 20. Januar 2008 im Internet Archive) Sabbathlive
  9. Rebecca Woods: Black Sabbath: 'We hated being a heavy metal band'. BBC News, 4. Februar 2017, abgerufen am 16. Mai 2018.
  10. laut MTV Masters Ozzy Osbourne / Black Sabbath
  11. Siegfried Schmidt-Joos, Barry Graves: Rock-Lexikon. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1973, 2. Auflage 1975, Neudruck 1978, ISBN 3-499-16177-X, S. 54.
  12. thequietus.com: Never Say Die: Bill Ward Interviewed
  13. Geoff Nicholls. Internet Movie Database
  14. Óscar Martínez, Juan José Martínez: The Hollywood Kid. The Violent Life and Violent Death of an MS-13 Hitman. Aus dem Spanischen ins Englische von John B. Washington und Daniela Ugaz. Verso Books, London/New York 2019, ISBN 978-1-78663-493-1, S. 12.
  15. Born Again. allmusic
  16. Seventh Star – Overview. allmusic
  17. Black Sabbath kündigen letzte Tournee an: Ozzy macht Schluss. Süddeutsche Zeitung, 4. September 2015, abgerufen am 16. Mai 2018.
  18. Black Sabbath 11-11-11
  19. billward.com
  20. Radio 66.6 – Weekly Music News from the Crypt: April 15th, 2013, abgerufen am 17. April 2013
  21. Hot Spot 05-03-13 auf germanchartblog; abgerufen am 6. Mai 2013
  22. blabbermouth.net
  23. blabbermouth.net
  24. rollingstone.de
  25. blabbermouth.net
  26. News. blacksabbath.com
  27. blabbermouth.net
  28. blog.ticketmaster.de
  29. rock-am-ring.com/spielplan
  30. ksta.de: Abschiedstour Black Sabbath geben letztes Deutschlandkonzert in Köln
  31. Ein allerletztes Mal "Paranoid" spiegel.de, abgerufen am 6. Februar 2017
  32. 100 Greatest Artists of All Time. Rolling Stone, 2. Dezember 2010, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).
  33. The New Illustrated Rock Handbook. Salamander Books Ltd., London 1986, ISBN 0-86101-248-8, S. 57 und 58.
  34. 15 Most Influential Albums.... In: Spin, April 2003. Abgerufen am 9. Oktober 2012. 
  35. The Greatest Metal Bands of All Time. MTV. Abgerufen am 9. Oktober 2012.
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  37. Luxi Lahtinen: BATHORY – An Epic Interview With Quorthon. 2001, abgerufen am 22. Februar 2010 (englisch): „After all, BATHORY's origin is a mixture of early Black Sabbath, early Motörhead and early GBH. […] I have always said that if you want to know where the initial BATHORY stuff came from, all you have to do is to listen to early Black Sabbath, early Motörhead and early GBH at the same time.“
  38. Interviews: Blessed Death – Nick Fiorentiono. Powermetal.de
  39. Candlemass (Leif Edling) 02/04/2009. MetalObsession.net. Abgerufen am 9. Oktober 2012.
  40. Interview of: Tom G. Warrior – Celtic Frost/Hellhammer. PyroMusic.net, abgerufen am 6. September 2010: „There was basically two fields of music that influenced me. There was Heavy Metal, and New Wave. In Heavy Metal, it’s fair to say bands like Black Sabbath, Angel Witch and Venom influenced us. Martin and I were heavily influenced by the New Wave music of the time too, such as Bauhaus, Siouxsie And The Banshees, Christian Death etc and I think it’s a mix of these musical directions that influenced the sound of Celtic Frost.“
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  42. http://www.blabbermouth.net/news/disturbed-guitarist-don-t-call-us-nu-metal/. Blabbermouth.net. Archiviert vom Original am 11. Juni 2009. Abgerufen im Mai 2018.
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  53. Mark Eglinton: The Crypts Of 25 Years: Tom Araya On The Anniversary Of Slayer’s Hell Awaits. The Quietus, 16. August 2010, abgerufen am 6. September 2010 (englisch): „We did covers of Venom, Maiden, Priest. We were listening to the same stuff everybody else was – you can name them all. They were the metal bands. Sabbath was there, Richie Blackmore... Jeff’s a big fan of fuckin’ Richie Blackmore – I found that out last night [laughs]. So those core bands were the ones. Venom was a big influence on Kerry as far as the imagery, and how we did the song-writing.“
  54. http://www.blabbermouth.net/news/black-sabbath-bassist-it-s-great-when-bands-cite-us-as-their-influence/. Blabbermouth.net. Archiviert vom Original am 10. August 2011. Abgerufen am 16. Mai 2018.
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