INTERVIEW – STAHLSCHLAG

10 Fragen / 10 Antworten

1. Wann und warum seid ihr Musiker geworden?

Wir (Nikki und ich) haben das Projekt im Februar 2006 gemeinsam gestartet. Der Grund dafür war recht einfach. Nikki mochte Xotox und KiEw sehr und wollte gerne, dass wir gemeinsame versuchen ähnliche Musik zu produzieren. So ist STAHLSCHLAG entstanden. Es steht also keine große Idee oder Geschichte dahinter. Wir wollten einfach mal gucken, was so passiert. Bis 2010 haben wir das Projekt gemeinsam durchgeführt und jetzt ist es ein Soloprojekt von mir.

2. Was sind eure Merkmale? Was macht euch speziell?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, da ich der Meinung bin, dass in der Musik schon so viel passiert ist, dass die Abgrenzung manchmal nicht ganz einfach ist. Vielleicht ist das Projekt aber dadurch speziell, dass es mir gar nicht so sehr darum geht speziell zu sein. Es ist schon so, dass sich ein bestimmter Sound entwickelt hat, der es eventuell einfach macht, zu erkennen, dass ein Song oder Remix von STAHLSCHLAG ist. Insgesamt geht es bei meiner Musikproduktion eigentlich immer nur um meinen ganz persönlichen Geschmack. Ich mag verzerrte Beats, noisige Texturen, aber auch die Arbeit mit atmosphärischen Flächen. Die Mischung aus diesen Elementen gefällt mir einfach. Trends auf dem Markt oder in der Szene sind mir dabei nicht besonders wichtig.

3. Wer und was hat euch inspiriert?

Der Sound von STAHLSCHLAG ist schon sehr durch meinen persönlichen Musikgeschmack geprägt, wobei die Inspiration sowohl aus allen elektronischen Musikrichtungen aus der schwarzen Szene kommt. Ich habe allerdings bemerkt, dass es total sinnlos ist zu versuchen andere zu kopieren, jedenfalls bin ich persönlich daran gescheitert. Die Versuche haben aber sehr dazu beigetragen den heutigen Sound von STAHLSCHLAG zu finden.
Neben der Musik inspiriert mich allerdings auch das Weltgeschehen, philosophische Texte, Politik und der Umgang der Menschen untereinander. Meine Musik ist nicht direkt politisch und es ist vielleicht auf den ersten Blick gar nicht so deutlich, aber diese Elemente beeinflussen mich immer wieder.

5. Wie stellt ihr euch das Hören eurer Musik vor? Wo hört ihr am liebsten??

Ich höre am liebsten Musik auf Kopfhörern wenn ich spazieren gehe oder Sport treibe. Ich kann mir vorstellen, dass sich meine Musik dafür auch wirklich gut eignet. Ich selbst habe das aber wenig getestet, da ich meine eigene Musik nicht zum Vergnügen hören kann, ich finde dann immer irgendwie „Fehler“, die mich ärgern. Was ich mir auch gerne vorstelle, dass mal ab und zu ein Song von mir in einem Club läuft und die Besucher dazu tanzen.

4. Wer sind eure wichtigsten Vorbilder und warum?

Wie bereits erwähnt gab es damals schon direkt ein paar Künstler, an denen wir uns musikalisch orientiert haben. Es ist einfach wunderbar wie viele tolle Musiker es gibt und welche experimentellen Formen an Musik dabei herauskommen. Ich habe ja schon gesagt, dass diese Bands auch einen Einfluss auf unseren Sound hatten, allerdings ist es heute eher so, dass ich eher darauf achte, was ich vorher so fabriziert habe und mich daran orientiere. Ich genieße Musik von anderen Bands wieder mehr und versuche nicht zu überlegen, wie diese etwas produziert haben und versuche nicht mehr irgendwie und dann auch mehr schlecht als recht, das nachzumachen. Musikalische Vorbilder finde ich also nach 14 Jahren nicht mehr ganz so wichtig. Ich bin aber wirklich sehr dankbar für die ganze tolle Inspiration.

6. Welche Rolle spielen die sozialen Medien für eure Karriere? Wie wichtig ist z.B. YouTube oder Instagram für euch?

Soziale Medien sind tatsächlich sehr wichtig für mich. Sie bieten einfach eine wunderbare Möglichkeit, um mit tollen Menschen in Kontakt zu kommen. Ich bin immer wieder erstaunt, dass es tatsächlich Personen gibt, die meine Musik mögen und dies auch mit mir teilen und welche Bekanntschaften alleine dadurch entstanden sind, dass ich Musik mache. Durch soziale Medien konnte ich über die Jahre auch zahlreiche Kontakte mit anderen Künstlern aufbauen, was sich in Kollaborationen wie Remixarbeiten zeigt. Das ist einfach immer wieder spannend zu hören, was jemand anderes mit der eigenen Musik anstellt. Ich nutze die Medien natürlich auch für die Selbstvermarktung. Die Gelegenheit für jeden Musiker über die sozialen Medien seine Produktionen zu verbreiten ist allerdings großartig, kann aber auch sehr in Arbeit ausarten.

7. Macht Ihr eigentlich noch was neben der Musik?

8. Was war bis jetzt der beste Auftritt, den ihr erlebt habt?

Musik ist mein größtes Hobby und läuft neben meiner Vollzeittätigkeit als Wissenschaftler an einer Hochschule. Ich arbeite und promoviere dort im Bereich der Informationswissenschaften und nutze die Musik einfach um mich zu entspannen. Ich freue mich auch, dass ich in dieser Situation bin. Ich weiß von Kollegen wie hart es ist den Versuch zu wagen nur von der Kunst leben zu wollen. Da bin ich ehrlich und gehe eher auf Nummer sicher und bin dankbar und sehr glücklich, was alles durch das Hobby passiert ist.

Ich hatte bisher nicht besonders viele Auftritte, aber mein bester Auftritt war definitiv im letzten Jahr bei „TANZ DEN LÄRM 1.0“ in Mülheim. Vielen Dank noch einmal an Victoria, dass sie mich angefragt hat. Es war wirklich ein wunderschönes Erlebnis, da ich auch die Gelegenheit hatte ein paar Menschen real kennenzulernen, die ich bisher nur über Social Media kannte. Das Publikum war echt toll und da es mein erster Aufritt nach 6 Jahren war, konnte ich viel neues präsentieren. Ich würde gerne mehr auftreten, was allerdings als kleiner unbekannter Künstler nicht so einfach ist. Momentan ist es ja auch allgemein kein so wichtiges Thema durch die Coronakrise, wobei ich stark hoffe, dass mein Gig im Juli in Hamburg vielleicht stattfinden kann.

9. Wer sollte euch spielen, wenn euer Leben verfilmt wird?

10. Letzte Frage: Was wünscht ihr euch für die nächsten 10 Jahre, was braucht ihr dafür?

Mein Leben ist nicht wirklich interessant und darüber habe ich mir auch noch nie Gedanken gemacht. Da fällt mir tatsächlich so spontan niemand ein.

Ich wünsche mir Gesundheit für mich und meine Lieben. Das ist immer das Wichtigste und momentan vielleicht sogar noch mehr. Sonst möchte ich nicht viel. Wenn es um die Musik geht, werde ich einfach dabei bleiben, weil ich mir kein schöneres Hobby wünschen kann. Wenn wir die Coronakrise überstanden haben, hätte ich auf jeden Fall Lust etwas mehr Live zu spielen, dafür bräuchte ich vielleicht gute Kontakte. Sonst wünsche ich mir noch, dass Renoise, die DAW, die ich hauptsächlich nutze, das lang ersehnte Update erhält, damit ich bei der Produktion ein paar mehr aktuelle Technologien einsetzen kann, aber es geht ja zum Glück auch so.

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